Western District - Tansania

Seit 1987 pflegen wir unsere Partnerschaft zum Western District in Tansania. Dies ist eine von 10 Gemeinden der Soutcentraldiocece von der ev.-luth. Church of Tanzania (ELCT). Die Gemeinden liegen im Südwesten Tansanias in den Livingstenmountains nordwestlich des Nyassasees. Die Orte liegen ca. 1500 bis 2000 m über nn. Der Weg dort hinauf oder hinunter hat uns ‚Nordlichter‘ bei dem ein oder anderen Besuch ganz schön zu schaffen gemacht.

Aber wie kam es überhaupt dazu, dass wir eine Patenschaft nach Tansania ins Leben gerufen haben?

Im Jahr 1984 / 85 waren Diakonin Lita Sanga und Pastor Isaak Mwanjala zu Gast bei der Ricklinger Diakonenschaft. Unsere damalige Diakonin Karin Stückroth, die zu der dortigen Diakonenschaft gehörte, fragte im Winter bei uns in der Gemeinde an, ob wir die beiden nicht bei uns in der Gemeinde für einen Monat aufnehmen könnten.

Nach dem einmonatigen Besuch in unserer Gemeinde und ihrer Rückkehr in die Livingstenberge in Tansania, wurden wir immer wieder eingeladen, doch auch einmal nach Tansania zu kommen. Pastor Schauer brachte die Briefe immer in die 3. Welt-Gruppe mit. Die Beratungen waren eigentlich so, dass wir uns nicht vorstellen konnten, dorthin zu reisen. Aber die Einladungen wurden dringender und als wir von Gästen aus Tansania beim Nordelbischen Jugendpfarramt am Koppelsberg hörten, sind wir dort hingefahren, um zu erfahren wie die Lebenssituation der Menschen im Süden Tansanias ist, welche Belastung eine Gruppe von vier bis fünf Menschen darstellen würden.

Nach dem Gespräch begannen erste Überlegungen und dann Vorbereitungen auf diese einmalige Reise. Im Sommer 1987 war es dann soweit Petra Nittscher, Maren Winterfeld (verh. Möller), Pastor Volker Schauer und Carsten Kramer stiegen in den Flieger nach Afrika. In Dar-es-Salaam, der Hauptstadt Tansania wurden wir von Pastor Hans-Werner Müsing begrüßt, der gerade neuer Partnerschaftsreferent im Nordelbischen Missionszentrum geworden war und den wir von unseren Vorbereitungen bereits gut kannten.

Nach einer chaotischen Anreise in die Berge erlebten wir zwei emotionale Wochen. Bei den vielen Gesprächen ging es immer wieder auch um eine Partnerschaft nach Tansania. Als Reisende wollten wir dies schon, nur wer sollte unser Partner sein. Isaak Mwanjala war Pastor in Mbanga, er hatte uns eingeladen oder doch lieber der gesamte Kirchenkreis für den auch Lita Sanga arbeitete und der die Organisation unserer Reise verantwortete. Die Partnerschaft mit einem kleinen Dorf empfanden wir als schwierig, insbesondere weil dann die Christen in den Nachbargemeinden ausgeschlossen gewesen wären.

So haben wir nach der Rückkehr von der Reise dem Kirchenvorstand gebeten eine Partnerschaft mit dem Kirchenkreis Western District in Iniho zu beschließen. Dieser Beschluss wurde im November 1987 gefasst.

 

 

Und jetzt mal kurz gesagt:

Wie leben denn die Menschen dort? Und was verbindet uns?

Die Menschen in unseren Partnergemeinden leben in Subsistenzwirtschaft von den Feldern. Die Menschen leben in einer Gemeinschaft. Dies bemerkt man sofort, wenn man dort durch die Dörfer geht. Die Menschen bleiben stehen, begrüßen sich und tauschen die neusten Informationen aus, während wir mit einem schnellen „Hallo“ schon aneinander vorbeigefahren sind.  Auch das Sozialsystem ist anders organisiert. Muss ein Verwandter ins Krankenhaus oder auf eine Krankenstation erhält er von dort keine Verpflegung, dafür sind die Angehörigen verantwortlich. Dieses System hat zur Folge, dass es eine starke soziale Kontrolle gibt.

Uns gemeinsam sind unser Glaube und die Neugier auf den anderen Partner und das Wissen wollen, wie es in einer völlig anderen Kultur zu geht. Auch wenn wir einen gemeinsamen Glauben haben, sind doch unsere Frömmigkeitsformen völlig unterschiedlich. Ein weiterer sofort bei der Ankunft spürbarer Unterschied ist der Umgang mit der Zeit. Während wir Deutsche nach der Uhr leben, leben die Tansanier im Jetzt.

 

Gibt es eine Gruppe hier in der Gemeinde, zu der ich kommen kann?

Natürlich, unsere Gruppe trifft sich alle drei bis vier Wochen. Die Termine werden untereinander abgesprochen. Wenn Sie Interesse haben, schreiben uns eine kurze Mail an inga.meissner@web.de, dann erfahren Sie unser nächstes Treffen.

Das besondere an unserer Gruppe ist, dass wir neben zwei alten Hasen, die bereits die erste Reise mitgemacht haben, auch neue Gemeindeglieder für das Tansania und die Partnerschaftsarbeit begeistern konnten. Dadurch ist unsere Gruppe im Durchschnittsalter viel jünger geworden.

 

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